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Chronische Wunden

von | Oktober 2021

Es gibt viele mög­li­che Defi­ni­tio­nen von chro­ni­schen Wun­den. Eine prag­ma­ti­sche Defi­ni­tion wäre, dass eine chro­ni­sche Wunde eine Wunde ist, die nach drei Mona­ten noch nicht ver­schlos­sen ist oder nach vier­wö­chi­ger opti­mier­ter Behand­lung keine Hei­lungs­ten­denz zeigt. In der über­wie­gen­den Mehr­heit, in etwa 70 Pro­zent der Fälle von Ulcus cru­ris, liegt eine vasku­läre (die Gefäße betref­fende) Ursa­che zugrunde, davon wie­der in 80 bis 90 Pro­zent eine venöse Durch­blu­tungs­stö­rung. Die gefähr­li­che­ren arte­ri­el­len Ulcera tre­ten bei älte­ren Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit klas­si­schen Risi­ko­fak­to­ren für arte­ri­elle Ver­schluss­krank­hei­ten auf. Diese sind vor allem

  • Blut­hoch­druck
  • Dia­be­tes
  • hohe Blut­fett­werte
  • hohes Cho­le­ste­rin und
  • Tabak­kon­sum.

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Chro­ni­sche Wun­den zei­gen sich – abhän­gig von der Ursa­che – an typi­schen Stel­len. Venöse Geschwüre sit­zen meist am Innen­knö­chel, sel­te­ner auch am Außen­knö­chel. Arte­ri­elle Geschwüre sind vor allem in der Zehen- und Vor­fuß­re­gion zu fin­den, sel­te­ner auch an der Ferse.

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Ursa­chen und Aus­wir­kun­gen von chro­ni­schen Wun­den am Bein (Ulcus cruris)

Chro­ni­sche, schlecht oder nicht hei­lende Wun­den – Geschwüre – am Bein sind meist auf Gefäß­er­kran­kun­gen zurück­zu­füh­ren, unbe­han­delt füh­ren sie zu schwe­ren Kom­pli­ka­tio­nen, im schlimms­ten Fall zur Amputation.

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Dia­be­tes als Ursa­che für ein Ulcus cruris

Das dia­be­ti­sche Fuß­syn­drom (DFS) ist eine Sam­mel­be­zeich­nung dia­be­ti­scher Spät­schä­den des Fußes. Es kommt zu einer Schä­di­gung des Ner­ven­sys­tems im Sinne einer her­ab­ge­setz­ten Schmerz- und Berüh­rungs­emp­fin­dung. 40 bis 70 Pro­zent aller Ampu­ta­tio­nen der unte­ren Extre­mi­tä­ten wer­den durch Dia­be­tes mel­li­tus verursacht.

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Sel­tene Ursa­chen des Ulcus cruris

Nicht alle Wun­den an den Unter­schen­keln ent­ste­hen durch ein Venen­pro­blem oder eine schlechte arte­ri­elle Ver­sor­gung. Andere, sel­tene Erkran­kun­gen kön­nen zu ganz ähn­li­chen Wun­den füh­ren und müs­sen daher auch in Betracht gezo­gen wer­den, wenn eine Wunde bei guter Durch­blu­tung nicht heilt oder unge­wöhn­lich aussieht.

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Aber auch Infek­tio­nen durch Bak­te­rien, Viren oder Pilze kön­nen schlecht hei­lende Wun­den her­vor­ru­fen. Beson­ders wich­tig ist es aber, Krebs­er­kran­kun­gen recht­zei­tig zu erken­nen, die sich manch­mal hin­ter nicht hei­len­den Wun­den ver­ber­gen kön­nen. Der ent­schei­dende Schritt zur rich­ti­gen Dia­gnose und damit zur rich­ti­gen Behand­lung ist die Begut­ach­tung durch eine erfah­rene Ärz­tin bzw. einen erfah­re­nen Arzt, die/​der bei Ver­dacht auf eine der erwähn­ten sel­te­nen Erkran­kun­gen eine Gewe­be­probe zur his­to­lo­gi­schen Unter­su­chung ent­neh­men wird.

Über den Autor


Gekürz­ter Text, die voll­stän­dige Ver­sion fin­den Sie in: Hilfe zur Selbst­hilfe – Wun­den bes­ser ver­ste­hen und versorgen
Michaela Kram­mel (Hg.), ISBN: 978–3‑99052–245‑5
Erschie­nen im Ver­lags­haus der Ärzte

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