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Geschichte der Wundversorgung

von | Oktober 2021

Wun­den gibt es, seit die Mensch­heit besteht. Die Geschichte der Wund­ver­sor­gung reicht also weit zurück. Die Natur­völ­ker behal­fen sich dann mit allem, was ihnen zur Ver­fü­gung stand: Wur­zeln, Rin­den, Grä­ser, Blät­ter, Säge­mehl und sogar Erde. Allem wurde eine Heil­kraft nachgesagt.

Um das 5. Jahr­tau­send vor Chris­tus ent­wi­ckelte sich das Hand­werk der Spin­ne­rei. Von da an wur­den vor­wie­gend tex­tile Erzeug­nisse in der Wund­ver­sor­gung ver­wen­det, diese Lei­nen­fa­bri­kate ähnel­ten bereits unse­ren heu­ti­gen Mullbinden.

Die ers­ten Hin­weise zur Wund­ver­sor­gung fand man in Wand­ma­le­reien und Schrift­stü­cken aus dem alten Ägyp­ten. Als Lokalthe­ra­peu­ti­kum dien­ten den Ägyp­tern zur Rei­ni­gung von infi­zier­ten Wun­den vor allem mit Honig getränkte Lei­nen­tü­cher. Diese Lei­nen­tü­cher wur­den von Mumi­en­ma­chern hergestellt.

Auch in der heu­ti­gen Wund­ver­sor­gung wird par­ti­ell noch medi­zi­ni­scher Honig ein­ge­setzt. Der ste­rile Wund­ho­nig wird etwa in Neu­see­land aus den Blü­ten der Manuka gewon­nen, die zur Fami­lie der Myr­ten­ge­wächse zählt.

Andere Völ­ker setz­ten und set­zen noch immer Maden zur Wund­rei­ni­gung ein. Dazu gehö­ren die Ngemba, ein Stamm der Abori­gi­nes in New South Wales, Völ­ker im nörd­li­chen Burma bis in die chi­ne­si­sche Pro­vinz Yunnan und die Maya, die angeb­lich mit Tier­blut getränkte Tücher erst in die Sonne leg­ten, bis Flie­gen ihre Eier dar­auf abge­legt hat­ten, um sie dann zur Wund­ver­sor­gung zu verwenden.

Der fran­zö­si­sche Mili­tär­arzt und Chir­urg Domi­ni­que-Jean Lar­rey (1766–1842), auch Leib­arzt von Kai­ser Napo­leon, beob­ach­tete wäh­rend des Ägyp­ten­feld­zugs (1798–1801), dass bei Sol­da­ten Wun­den bes­ser abheil­ten, wenn sie von Maden besie­delt waren.

Lange galt Char­pie aus zer­zupf­ten Lein­wand­res­ten als das per­fekte Ver­band­ma­te­rial. Rohe Baum­woll­watte hin­ge­gen eig­nete sich nicht, da deren nicht sau­gen­den Fasern keine Kör­per­flüs­sig­keit auf­neh­men kön­nen und es daher bei Ver­wen­dung zu fata­len Wund­in­fek­tio­nen kam.

Über die Autorin


Mehr zur Geschichte der Wund­ver­sor­gung fin­den Sie im Pati­en­ten­rat­ge­ber Hilfe zur Selbst­hilfe – Wun­den bes­ser ver­ste­hen und versorgen
Michaela Kram­mel (Hg.), ISBN: 978–3‑99052–245‑5
Erschie­nen im Ver­lags­haus der Ärzte

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